21.05.2026

20 Jahre BME-Fachgruppe Einkauf bei Finanzdienstleistern

Würdigung im Rahmen der Frühjahrstagung 2026: "Ein Blick zurück"

Am 18. und 19. Mai 2026 fand die Frühjahrstagung der BME-Fachgruppe "Einkauf bei Finanzdienstleistern" bei der Hamburger Sparkasse im neuen Deutschlandhaus am Gänsemarkt in Hamburg statt. Gastgeberin war Miriam Tomforde.

Der Vorabend stand im Zeichen eines besonderen Rückblicks: 20 Jahre Fachgruppe "Einkauf bei Finanzdienstleistern". Im Mittelpunkt standen die Würdigung der Fachgruppenarbeit, die gemeinsame Rückschau auf prägende Menschen, Themen und Entwicklungsphasen sowie der Blick darauf, wie aus einer ursprünglichen Idee ein tragfähiges Branchennetzwerk geworden ist.

Der Haupttag der Veranstaltung stand dann unter dem Titel: „Resilienz ist kein Zustand – wie Einkauf Orientierung schafft, wenn Planung zur Illusion wird.“ Neben Workshops und einer Keynote ging es um den intensiven fachlichen und persönlichen Austausch zu Führung, KI, Resilienz sowie Innovationsmanagement mit Lieferanten.

Für mich persönlich war diese Frühjahrstagung damit beides: ein Rückblick auf 20 Jahre gemeinsamer Entwicklung im BME-FDL-Kreis — und zugleich ein starkes Signal dafür, mit welchem Schwung sich der Kreis heute aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Einkauf bei Finanzdienstleistern stellt.


Meine persönliche Verbindung zum BME-FDL-Kreis

Meine Verbindung zur BME-Fachgruppe Einkauf bei Finanzdienstleistern reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Damals war ich als Leiter der Beschaffung der DekaBank Teil des Kreises. Später habe ich die Fachgruppe auch in meiner Rolle als Coach / Berater der christian thöne managementconsulting | coaching weiter begleitet.

Zwischen 2009 und 2016 durfte ich den Kreis gemeinsam mit Volker Widdra als Sprecher leiten. Seit 2009 bin ich zudem durchgängig Mitglied des Lenkungsausschusses der BME-Fachgruppe. Entsprechend war die Jubiläumsveranstaltung für mich nicht nur ein fachlicher Termin, sondern auch ein persönlicher Rückblick auf viele Jahre gemeinsamer Entwicklung, Zusammenarbeit und Vernetzung.

Ein besonderes Highlight war für mich der neue Schwung, der mit dieser Veranstaltung spürbar wurde — und zugleich die gemeinsame Rückschau mit vielen Weggefährtinnen und Weggefährten aus den vergangenen 20 Jahren.

 

Miriam Tomforde - Gastgeberin und Einkaufsleitung der Hamburger Sparkasse

Aus einer Idee wird ein tragfähiges Branchennetzwerk

Gemeinsam mit Sven Schumacher, Albrecht Öhring und Peter Schlösser konnten wir in unserem Rückblick aufzeigen, dass dieser Kreis seit 20 Jahren von seinen Mitgliedern getragen wird. Von Einkaufsleiterinnen und Einkaufsleitern, Einkäuferinnen und Einkäufern sowie vielen engagierten Menschen aus den Häusern, die bereit sind, Erfahrungen zu teilen, Themen voranzubringen und gemeinsam an der Weiterentwicklung des Einkaufs bei Finanzdienstleistern zu arbeiten.

Der Rückblick hat gezeigt, dass es trotz unterschiedlichster Einflüsse gelungen ist, den Kreis kontinuierlich auszubauen und fachlich zu vertiefen. Selbst die Corona-Zeit, in der persönliche Vernetzung nur eingeschränkt möglich war, hat diesen Kreis nicht dauerhaft geschwächt. Seit 2022 ist die Fachgruppe in frischer Form wieder aufgelebt — mit neuer Energie, aktuellen Themen und engagierten Menschen im Lenkungsausschuss.

Was die Fachgruppe besonders macht, ist der enge und vertraute Austausch quer über die Branche der Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei stehen nicht nur operative Einkaufsthemen im Vordergrund, sondern vor allem strukturelle, strategische, kulturelle, konzeptionelle, organisatorische und systemische Fragestellungen.

Aus meiner Sicht liegt genau darin der besondere Wert des BME-FDL-Kreises: Er ist kein reines Veranstaltungsformat, sondern ein Resonanzraum für Themen, die viele Häuser zugleich beschäftigen — und die durch gemeinsamen Austausch besser verstanden, eingeordnet und weiterentwickelt werden können.

Drei Phasen der Entwicklung

Im Jubiläumsvortrag haben wir die Entwicklung des BME-FDL-Kreises entlang von drei Phasen betrachtet:

2006 bis 2010: Konzeption und Etablierung

In der ersten Phase stand vor allem die Konzeption und Etablierung des Kreises im Vordergrund. Aus einer Idee und dem Engagement der Gründungsmitglieder entwickelte sich ein Branchennetzwerk mit klarer Ausrichtung.

Zu den prägenden Themen gehörten erste Arbeitspakete wie die Wertbeitragsmessung im Einkauf sowie die Etablierung der regelmäßigen Frühjahrs- und Herbsttagungen. Damit wurde die Grundlage für ein Netzwerk geschaffen, das nicht nur punktuell zusammenkommt, sondern über Jahre hinweg tragfähig bleibt.

2010 bis 2022: Fachliche Vertiefung und Professionalisierung

Die zweite Phase durfte ich persönlich maßgeblich mitgestalten. In dieser Zeit wurden bestehende Arbeitskreise erweitert und neue Formate etabliert.

Wichtige Meilensteine waren unter anderem die gemeinsame Arbeit mit McKinsey und Prof. Dr. Nicolas Reinicke an der Studie „Einkauf 2015“ sowie die Gründung der Finanzdienstleister-Akademie gemeinsam mit WHU, BME und H&Z. Damit wurde der Kreis zunehmend zu einer Plattform für konzeptionelle Weiterentwicklung, Qualifizierung und Professionalisierung des Einkaufs in der Finanzdienstleistungsbranche.

Seit 2022: Neustart nach der Pandemie

Die dritte Phase steht für den Neustart nach der Pandemie. Nach einer Zeit eingeschränkter persönlicher Vernetzung ist es gelungen, den Kreis wieder neu zu beleben.

Neben Arbeitskreisen zur Regulatorik ist vor allem das Engagement neuer Mitglieder im Lenkungsausschuss hervorzuheben — insbesondere Anja Amberg als Sprecherin sowie Julia Nitsche, Daniela Apel, Nicola Frederico, Kai Volke und Dirk Schreiber. Sie stehen aus meiner Sicht für den neuen Schwung, mit dem sich der Kreis heute weiterentwickelt.

Warum der Kreis heute nach 20 Jahren wichtiger ist denn je

Der Einkauf bei Finanzdienstleistern steht heute vor anspruchsvollen Herausforderungen. Strategische Rahmenbedingungen müssen unter Kostendruck, Risikoaspekten und Prozessoptimierung gestaltet werden — und das bei gleichzeitiger Beachtung regulatorischer Anforderungen.

Seit 2006 hat sich der Einkauf in der Branche immer wieder neu aufstellen müssen: durch stärkere Regulierung, durch Digitalisierung und Automatisierung, durch neue technologische Möglichkeiten wie KI und durch den wiederkehrenden Kostendruck aus verschiedenen Finanz- und Wirtschaftskrisen. Gerade deshalb bleibt der BME-FDL-Kreis relevant. Seine Rolle ist heute im Kern noch immer dieselbe wie bei seiner Gründung: fachlicher Meinungsaustausch, gemeinsame Meinungsbildung, Formulierung und Etablierung von Standards, Aufbau eines strategischen Netzwerks, Bereitstellung von Kommunikationsstrukturen, Qualifizierung und Benchmarking.

Oder anders gesagt: Der Kreis schafft dort Wert, wo einzelne Häuser allein oft zu wenig Resonanzraum haben — bei der gemeinsamen Einordnung strategischer, regulatorischer, organisatorischer und kultureller Herausforderungen im Einkauf.

 

20 Jahre BME-Fachgruppe Einkauf bei Finanzdienstleistern - Ein Blick zurück

Gemeinsam vorbereitet – gemeinsam zurückgeblickt

Den Rückblick auf 20 Jahre BME-FDL-Kreis haben wir gemeinsam vorbereitet: Peter Schlösser, Albrecht Öhring, Sven Schumacher und ich. Dabei ging es nicht nur darum, Daten, Stationen und Bilder zusammenzutragen. Es ging vor allem darum, sichtbar zu machen, wie viele Menschen diesen Kreis über die Jahre geprägt und getragen haben.

Besonders hervorheben möchte ich Dr. Frithjof Kilp, Klaus Killinger, Patrick Stöhr, Dr. Heinz Schäffer, Albrecht Öhring, Jan-Eike Schumacher, Volker Widdra und Bettina Wietzel-Skakowski als Gründungsmitglieder.

Ebenso gilt mein besonderer Dank allen Unterstützerinnen und Unterstützern des Kreises aus dem Hause des BME: Dr. Frithjof Kilp, Donja Sultan, Judith Jung, Adem Sen und Simon Wortmann.

Und ganz besonders Peter Schlösser, der uns nun schon seit 2018 unermüdlich organisiert, unterstützt und zusammenhält.

Ein herzlicher Dank gilt außerdem Miriam Tomforde und Nico Urban als Gastgeber der diesjährigen Frühjahrstagung bei der Hamburger Sparkasse im neuen Deutschlandhaus am Gänsemarkt in Hamburg, die diesem Rückblick den perfekten Rahmen gegeben hat.

Fotos von 2009 (Tagung bei Deka Bank) und 2026 (Tagung bei Hamburger Sparkasse)
Fotos von 2009 (Tagung bei Deka Bank) und 2026 (Tagung bei Hamburger Sparkasse)

Was bleibt

Für mich zeigt dieses Jubiläum sehr deutlich: Nachhaltige Netzwerke entstehen nicht durch Strukturen allein. Sie entstehen durch Menschen, die über Jahre hinweg Verantwortung übernehmen, Vertrauen aufbauen, Wissen teilen und gemeinsam an relevanten Zukunftsfragen arbeiten.

20 Jahre BME-FDL-Kreis sind deshalb nicht nur ein Anlass zum Rückblick. Sie sind auch ein Zeichen dafür, wie wichtig persönliche Vernetzung, fachlicher Austausch und gemeinsame Orientierung gerade in Zeiten hoher Unsicherheit bleiben.

Die Veranstaltung in Hamburg hat dafür ein starkes Bild geliefert: Rückblick auf 20 Jahre gemeinsame Entwicklung — und gleichzeitig spürbarer Aufbruch für die nächsten Themen, die den Einkauf bei Finanzdienstleistern bewegen werden.



Ihre Fragen zu meinen Ansätzen und meiner Arbeitsweise beantworte ich gern telefonisch oder über E-Mail. Oder vereinbaren Sie einen persönlichen Gesprächstermin.

 

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